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Opel: Der Neue heißt Carl-Peter Forster ------------------------------------------------------------ Robert Hendry geht, Carl-Peter Forster (Bild) kommt. Der Aufsichtsrat will ihn in zwei Monaten auf den Chefsessel befördern. © DPACarl-Peter Forster soll Opel auf Kurs bringenFrankfurt am Main - Der Aufsichtsrat der Adam Opel AG will am 27. März den ehemaligen BMW-Manager Carl-Peter Forster zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellen. Zugleich wird das Gremium in seiner nächsten Sitzung Opel-Chef Robert Hendry vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen. Hendry hatte am Mittwoch nach Vorlage eines Milliarden-Verlustes für 2000 seinen Rücktritt angekündigt. Forster kann seine Spitzenposition in Rüsselsheim voraussichtlich aber noch nicht am 1. April antreten. Dazu ist noch die Zustimmung des Aufsichtsrates von BMW notwendig. Dort war der Volkswirt und Ingenieur für Luft- und Raumfahrt bis März im Vorstand für Produktion zuständig. Er gehörte zu den drei Vorstandsmitgliedern, die im Konflikt um den Ausstieg des Münchner Autoherstellers bei Rover nach einem Streit mit BMW-Chef Joachim Milberg ausschieden. Kaderschmiede BMW Ähnlich wie beim Wechsel von Milbergs Vorgänger Bernd Pischetsrieder zu Volkswagen besteht man in München auch bei Forster auf einer angemessenen Schamfrist vor dem Wechsel zur Konkurrenz. Falls Forster erst zu einem späteren Zeitpunkt antritt, soll der stellvertretende Opel-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Strinz vorübergehend die Geschäfte des angeschlagenen Automobilherstellers leiten. Teile des Managements und der Arbeitnehmervertreter reagierten am Donnerstag erleichtert auf die Ankündigung von Hendry, er werde vorzeitig aus seinem bis 2003 gültigen Vertrag ausscheiden. Bislang hatte er immer wieder betont, er wolle erst gehen, wenn er seine Mission erfüllt habe. Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Peter Jaszczyk sagte: "Robert Hendry hat sehr glücklos operiert. Ich kann nicht sagen, dass ich über den Wechsel unglücklich bin." Der potenzielle Nachfolger Forster könne die Interessen von Opel besser bei der US-Mutter General Motors (GM) vertreten. Den angekündigten Personalabbau von rund 700 Stellen in Bochum sieht Jaszczyk angesichts der guten Auslastung in Bochum gelassen. "Wenn wir die verlangten Stückzahlen bauen wollen, brauchen wir sogar mehr Leute." ------------------------------------------------------------ (C) manager-magazin.de - 18. Januar 2001, 21:05 Den Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.manager-magazin.de/artikelversand/1,2964,112771,00.html
____________________________________________________________________________ Tageszeitung (TAZ)
Opel erhöht die Drehzahl - und läuft heiß Donnerstag, 25.01.2001 Opel erhöht die Drehzahl - und läuft heiß Die Konzernleitung will 700 Stellen streichen und dabei die Produktivität steigern. Aber das Personal geht schon jetzt auf dem Zahnfleisch. Häufig müssen Arbeiter aus anderen Werken geholt werden.Die Konzernleitung der Bochumer Opel Werke will im laufenden Jahr rund 700 Arbeitsplätze streichen - obwohl für 2001 eine Produktionssteigerung von 10 Prozent geplant ist. Das Personal ist bereits jetzt voll ausgelastet. Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Peter Jaszczyk: "Wir können nicht so vieleAutos herstellen, wie gefordert wird." Deshalb werden von anderen Standorten, zum Beispiel vom Stammwerk in Rüsselsheim, wo die Auslastung nur bei 55 Prozent liegt, immer häufiger Arbeitskräfte angefordert. Vor einigen Wochen kamen 47 Fachkräfte aus Hessen nach Bochum. Demnächst sollen weitere 50 Jungarbeiter folgen. Aber das ist immer noch zu wenig. Jaszczyk geht davon aus, dass rund 200 Fachkräfte fehlen, um das Planziel von knapp 350.000 Fahrzeugen für das Jahr 2001 zu erreichen. Das Arbeitsklima leidet darunter. Die Gruppensprecher sind fest in die Arbeit eingebunden, Springerpausen fallen weg. Wie es heißt, streut die Konzernleitung in regelmäßigen Abständen Schließungsgerüchte, um das Personal zu noch mehr Leistung zu disziplinieren. Die Standorte in Deutschland und Europa würden gegeneinander ausgespielt. Im Bochumer Werk soll die Produktionsrate durch Sonderschichten gesteigert werden. Der Betriebsrat lehnt dies entschieden ab: "Solange die Rahmenbedingungen sich nicht ändern, werden wir zusätzlichen Schichten nicht zustimmen." Schließlich leide nicht nur das Produkt sondern auch die Gesundheit der Arbeitnehmer darunter. Im abgelaufenen Jahr machte die General Motors (GM) Tochter einen Verlust von 835 Millionen Mark. Der Marktanteil in Deutschland sank von 13,8 Prozent auf 12,2 Prozent. 1.700 Stellen stehen an den vier deutschen Standorten zur Disposition. In den letzten fünf Jahren sank die Bochumer Belegschaft von 20.000 auf unter 13.000; durch Vorruhestand, Verrentung und der Nichtverlängerung von Zeitverträgen, ohne dass für Ersatz gesorgt wurde. Ganze Produktionszweige wurden ausgelagert (Outsourcing) . Für den heutigen Donnerstag ist ein europaweiter Protesttag, mit Arbeitsniederlegungen der Frühschi cht, gegen di e Schließung des Werks der GM- Tochter Vauxhall im englischen Luton und eines Werks in der Türkei geplant. Erst am letzten Wochenende unterstützte eine 14-köpfige Delegation aus Bochum die Kollegen von Vauxhall und reiste, ohne Unterstützung der IG Metall auf eigene Kosten nach Luton. Die Begründung "General Motors ist der gemeinsame Feind; wir lassen uns nicht auseinander dividieren.". [Seitenanfang] http:/ /www . taz-ruhr .de/250 10 1/3 .html 17.03.01
einblick 5/01, 19.03.2001 Arbeitszeitkonten in Gefahr das Arbeitsamt räumt ab Arbeitszeitkonten erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Nicht nur bei den Beschäftigten. Auch Bundesregierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften sind von ihnen begeistert, das Bündnis für Arbeit forderte noch Anfang März die Tarif- und Betriebsparteien zur "Schaffung von Jahres-, Langzeit- und Lebensarbeitszeitkonten" auf. Ein Zeitsparbuch bietet in der Tat allen etwas: Produktionsschwankungen können damit ausgeglichen und Entlassungen vermieden werden. Außerdem erhöhen Zeitguthaben die Zeitsouveränität der Arbeitnehmerinnen. Das sollen sie zumindest. Als jedoch der Arbeitgeberverband Stahl eine Empfehlung zur Einführung von Langzeitkonten herausgeben wollte, tauchte ein Problem auf, das die allgemeine Freude dämpfen und die weitere Verbreitung von Zeitkonten behindern könnte. Das Arbeitsamt kann nämlich vor Zahlung von Kurzarbeitergeld diese Konten plündern. Im Fall von Kurzzeitkonten ist das durchaus im Sinne der Beschäftigten, weil sie dann weiter Lohn und Gehalt kassieren. Im Fall von Langzeitkonten sieht die Sache anders aus. Sie werden von Beschäftigten angelegt, um sich für längere Zeit von der Arbeit freistellen zu lassen. Zum Beispiel zu Fortbildungszwecken, um sich der Kindererziehung widmen oder um ein Haus bauen zu können. Vor dem Zugriff des Arbeitsamtes sind allerdings nur die Konten geschützt, die .'ausschließlich" dazu bestimmt sind, dass der Kontoinhaber vorzeitig in Rente gehen kann. So steht's in Paragraph 170 Sozialgesetzbuch (SGB) III. Fehlt diese Zweckbestimmung, kann das Arbeitsamt zuschlagen. Geschützt sind Zeitguthaben dann nur, soweit sie zehn Prozent der Jahresarbeitszeit übersteigen oder länger als ein Jahr unverändert bestanden haben. Diese gesetzliche Bestimmung sei "leider eindeutig", sagt Robert Sadowsky, Tarifexperte des IG Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen. Hinnehmen mag er das nicht: "Diese Konten werden zu ganz bestimmten, individuellen Zwecken aufgebaut- und sollen gefälligst auch dafür genutzt werden können." Im Bundesarbeitsministerium (BMA) ist man sich dieses Problems durchaus bewusst, verteidigt aber zunächst die geltende Rechtslage. Zum einen könne die Versichertengemeinschaft erwarten, dass vor Auszahlung von Leistungen wie dem Kurzarbeitergeld die Begünstigten einen zumutbaren Eigenanteilleisten. Zum anderen solle die Reichweite der Zugriffsmöglichkeit des Arbeitsamtes nicht überbewertet werden. Zumal Kurzarbeit derzeit ein relativ geringes Problem sei. Dennoch wird die Kritik nicht völlig von der Hand gewiesen. BMA-Sprecher Martin Weiland: "Wir stehen, was die Verbreitung von Langzeitkonten betrifft, erst ganz am Anfang. Sollte sich herausstellen, dass die Zugriffsmöglichkeit des Arbeitsamtes ein echtes Hindernis darstellt, wird man das Gesetz gegebenenfalls ändern müssen." |